Keinen Plan mehr

Auf dem Sozialistischen Wirtschaftsgebiet war die Messe für uns sehr erfolgreich, zumal unsere Staatliche Auflage 1989 voll mit Aufträgen untersetzt werden konnte, wenn man die vorbereiteten Verträge mit einbezieht. Es zeichnete sich weiter ab, dass der Bedarf der sozialistischen Länder in Schirmen und an Schirmgestellen nicht voll befriedigt werden kann. Das betrifft besonders die Länder ČSSR, Polen und Ungarn, was darauf schließen lässt, dass auch 1990 keine Absatzprobleme eintreten werden.

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Kollektiv: Eine unter Gleichen

Also, es war im Prinzip durch die Leistung der einzelnen Kollegen so errechnet, das wir 8500 Schirme am Tag machen konnten. Setzte natürlich voraus, dass jeder Maximalleistung brachte und das alles Material vorhanden war, was wir gebraucht haben. Damit war die Stückzahl möglich. Es gab aber auch Probleme, wie in jedem anderen Betrieb auch.

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Wohin die Reise geht

Inge Wunderlich, Die Iranerin M.M., 1960/70
Mischtechnik auf Hartfaser

Die Iranerin M.M. ist Titel eines Gemäldes von Inge Wunderlich und derzeit Teil der Ausstellung Bilderkosmos Leipzig 1905-2022 im Museum der Bildenden Künste. Auf diesem ist eine Frau, vermutlich die Treppen des Leipziger Hauptbahnhofes Richtung Ausgang hinabsteigend, zu sehen. In ihrer Handtasche steckt eine Zeitschrift mit den Lettern NBI1 und ein Regenschirm. Beim Regenschirm bleibe ich hängen.

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Ich bin nie in Lohme gewesen

Oben auf der Insel Rügen hat die Werksleitung eine alte Scheune gekauft. Diese wurde abgerissen und darauf ein neues Gebäude errichtet. Dort konnten wir Urlaub machen. Es wurde einiges getan, dass man günstig verreisen konnte. Das haben viele in Anspruch genommen. Nicht mehr zu vergleichen mit heute. Das Soziale war gut. Wir hatten Vollverpflegung. Das Mittagessen wurde sogar bis an den Strand gefahren. Da hatten die am Waldrand so Tische und Bänke gezimmert. Wir sind aus dem Wasser raus, über die Düne und zum Mittagessen.

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Einwurf 12

Schirmstabspitzen werden mit einer Zweitrittmaschine angespitzt. Mit Treten des linken Fußes wird der Lifterhebel angehoben, der Faden abgeschnitten und der Fadenvorschub gewährleistet. Mit dem rechten Fußtritt wird der Nähprozess eingeschaltet: Ich trete links, stecke die Schirmstabspitze mit dem Loch senkrecht zur Nadel auf den Stift. Jetzt lege ich den Saum über das Loch der Schirmstabspitze, die Ecke zeigt dabei nach hinten. Der linke Fuß geht in die Ausgangsstellung zurück. Anschließend trete ich rechts, der Nähprozeß wird eingeschaltet und die Nadel führt entsprechend der Steuerscheibe ihre Bewegung aus und geht in die Ausgangsstellung zurück. Nun trete ich links und kann die angespitzte Schirmstabspitze entnehmen. Die anderen Ecken werden ebenfalls noch angespitzt.

[Das Anspitzen von Schirmstabspitzen- Auszug aus den Unterlagen der ehemaligen Lehrausbilderin Frau Munzert]



Zweite Schicht

Wir haben mit den Vietnamesen die zweite Schicht gemacht. Die ging von 14 bis 22 Uhr. Wir haben immer im Plandefizit gelegen und darum hat man 1987 die Vietnamesen zum Arbeiten rübergeholt. Am Berg lang haben sie gewohnt. Sie hatten keinen weiten Weg nach Hause.

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