{"id":676,"date":"2021-05-25T15:11:51","date_gmt":"2021-05-25T15:11:51","guid":{"rendered":"https:\/\/adorferfrauen.de\/?p=676"},"modified":"2024-05-08T09:50:01","modified_gmt":"2024-05-08T09:50:01","slug":"zusammenkunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/adorferfrauen.de\/?p=676","title":{"rendered":"Zusammenkunft"},"content":{"rendered":"\n<p>Am K\u00fcchentisch von Frau Arnold sitzt mir Frau Uhlmann gegen\u00fcber. Sie ist gelernte Krankenschwester. 1973 begann sie als Einlegerin und Sanit\u00e4terin in der Schirmfabrik und kannte die Bed\u00fcrfnisse der Frauen.<\/p>\n\n\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Unzufrieden mit dem kleinen Sanit\u00e4tszimmer regte sie bei der Leitung der Schirmfabrik an, dieses zu einer Sanit\u00e4tsstelle umbauen zu lassen. Ein Wartezimmer, ein Frauenruheraum, ein Schwesternzimmer und ein Arztzimmer wurden eingerichtet. Unterst\u00fctzung f\u00fcr ihre Forderung erhielt sie von ihrer Dienststelle in Hartmannsdorf, dem Betriebsgesundheitswesen, \u00fcber das sie angestellt war.<\/p>\n\n\n<p><strong><em>Zweimal in der Woche kommt der Doktor in den Betrieb<\/em><\/strong><br><em>Sehr gut betreut werden die Werkt\u00e4tigen im VEB Schirmfabrik. Seit sieben Jahren sorgt sich um ihr Wohl die Betriebsschwester Rosi Uhlmann, die bereits auf eine 20j\u00e4hrige Berufserfahrung zur\u00fcckblicken kann. Zweimal in der Woche kommt Dr. Rurup zur Sprechstunde. Diese k\u00f6nnen \u00fcbrigens auch die Werkt\u00e4tigen weiterer f\u00fcnf Klein- und Mittelbetriebe besuchen. Besonders freut sich Schwester Rosi, dass fast jeder zweite Betriebsangeh\u00f6rige zur Grippeschutzimpfung war. \u201eZwar ist diese Impfung kein Garantieschein f\u00fcr Gesundheit, aber so ist man doch gegen die Virusgrippe, die einen sehr schlimmen Verlauf nehmen kann, gewappnet\u201c, meint die engagierte Schwester. \u201e\u00dcberhaupt ist Vorbeugen immer besser als heilen. Deshalb ist es sehr schade, dass die Pausengymnastik wieder eingeschlafen ist. Hier muss ich mich dahinter klemmen.\u201c<br>[Auszug Freie Presse 1980, Unterlagen Munzert<\/em>]<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frauen waren monotoner und k\u00f6rperlich anstrengender Arbeit am Band, im Lager und an den Maschinen ausgesetzt und belasteteten sich einseitig. Ich konnte das manchmal nicht mit ansehen. Man denkt nicht, dass es ein Mensch war, du hast immer gedacht, es ist eine Maschine, ein Roboter. Da sa\u00df jeder Handgriff und das jahrzehntelang, beschreibt sie die Situation an den Arbeitspl\u00e4tzen. Da kam es dann zu Verlagerungen, Atembeschwerden, mit allem drum und dran. Sie hatte Moorpackungen angeboten, Kurzwelle oder Reizstrom. Die Frauen wurden f\u00fcr die Behandlung eine halbe Stunde freigestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich frage Frau Uhlmann nach einem Zeitungsartikel von 1974, wo von einem Masseur die Rede war. Dr. B. verordnete st\u00e4ndig Massagen, erz\u00e4hlt sie. Ich konnte ja nicht alle massieren, obwohl ich gemerkt habe wie verkrampft die Frauen vom langen Sitzen waren. Ich war aber keine ausgebildete Masseurin und konnte abends keine Gabel mehr halten. Es w\u00e4re angebracht gewesen, einen Masseur anzustellen.<br>Die Idee mit der Pausengymnastik kam von den Arbeiterinnen. Wie lange das ging, daran kann sie sich nicht mehr erinnern. Es schlief dann jedenfalls ein, es hat sich niemand weiter darum gek\u00fcmmert. Sie betont aber auch, dass die Frauen, die in Leistung arbeiteten, daf\u00fcr eigentlich keine Zeit hatten.<\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am K\u00fcchentisch von Frau Arnold sitzt mir Frau Uhlmann gegen\u00fcber. 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