{"id":432,"date":"2020-08-03T11:07:21","date_gmt":"2020-08-03T11:07:21","guid":{"rendered":"https:\/\/adorferfrauen.de\/?p=432"},"modified":"2024-05-08T09:32:34","modified_gmt":"2024-05-08T09:32:34","slug":"segen-fuers-dorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/adorferfrauen.de\/?p=432","title":{"rendered":"Segen f\u00fcrs Dorf"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"656\" height=\"368\" src=\"https:\/\/adorferfrauen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/raps_verblueht_01_1.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-433\" style=\"width:500px\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>In Adorf stehen einige H\u00e4user, die um 1900 erbaut wurden. Sie reihen sich an Bauernh\u00e4user, Fabrikgeb\u00e4ude, Mehrfamilienh\u00e4user und Neubauten die Hauptstrasse entlang. Frau Arnold erkl\u00e4rt die unterschiedlichen Bauweisen mit einem Bev\u00f6lkerungszuwachs im 19. Jahrhundert. In Adorf hat sich zu dieser Zeit die Strumpfindustrie entwickelt.<\/p>\n\n\n<p><!--more--><\/p>\n\n\n<p>Einige Frauen, die bis 1963 in der Strumpffabrik gearbeitet haben, wurden 1964 von der Schirmfabrik \u00fcbernommen und lernten nochmal um. Sogenannte Anlernlinge, also Teilfacharbeiter, erz\u00e4hlt Frau Munzert die dann Jahre geblieben sind. <br>Man kann sagen, dass\u00a0 dreiviertel aus Adorf dort gearbeitet haben, so Frau Hielscher. Die Adorfer waren froh \u00fcber Arbeit. Auch f\u00fcr die Frauen aus den Nachbarorten war es durch die Werksbusse g\u00fcnstig. Als Frau Hielscher mit ihrer Ausbildung begann, brachte sie der Bus von Harthau nach Adorf, nun lebt sie seit 49 Jahren dort.<br>Die M\u00e4dchen aus der halben Klasse arbeiteten dort, erz\u00e4hlt Frau Stritzke. Auf der Fahrt nach Karl-Marx-Stadt zur Berufsschule f\u00fchlte sie sich an Schulausfl\u00fcge erinnert. Wir waren damals mit 33 Sch\u00fclern in so einem kleinen Dorf starke Klassen und dann sind wir von der Schule, achte Klasse, runter. Sie waren f\u00fcnf Geschwister und der Vater schickte sie zum Arbeiten in die Fabrik, um Geld zu verdienen, erg\u00e4nzt Frau Stritzke.<br>Wir waren als einzige Schirmfabrik anerkannt, auch wenn einige nicht wussten wo Adorf liegt, kam sofort: Ah! Schirmfabrik! Manche sagten auch -erzgebirgisch- Schirmbud. Aber es war keine Bud, wir waren eine hochleistungsf\u00e4hige Firma, so Frau Aurich.<br>Der Betriebskindergarten in der Villa neben der Schirmfabrik sicherte die Unterbringung der Kinder ab, berichtet Frau Lehmann. Nachdem sie drei Jahre mit ihrem Kind zu Hause war, entschied sie sich deshalb in der Schirmfabrik zu arbeiten. Frau Lehmann arbeitete von 1973 bis zur Wende erst als Durchseherin, sp\u00e4ter im Zuschnitt. Im Sommer fuhr sie mit dem Fahrrad und im Winter mit dem Bus von ihrem Wohnhaus zur Arbeit. Wir hatten ein preiswertes Mittagessen, 65 Pfennige kostete es. Mal hat es geschmeckt, mal nicht, erz\u00e4hlt sie, man wurde als Frau rund um die Uhr versorgt. \u201eUnd wie du deine Arbeit gemacht hast, ordentlich schon. Die eine war eben schneller, die andere langsamer, aber eigentlich waren wir alle zufrieden und nach der Arbeit sind wir wieder durchs Dorf runter gelaufen.\u201c Sie hatten auch eine Betriebsverkaufsstelle: \u201eFrau K. hat jeden mal zwei Bananen gegeben, wie das nun so war zu DDR-Zeiten. Mal hat man zwei gekriegt, wenn du ein Kind hattest, hast du drei gekriegt. Dort hast du gleich mal Butter und Mehl und Zucker und Zeugs gleich mitgenommen. Spee, wenn\u2019s das gab, hast du mitgenommen. Dann hast du dein Fahrrad voll gehabt und brauchtest nicht nochmal in den Konsum.\u201c<br>Frau Lehmann erz\u00e4hlt von Frauen, die, nachdem sie geheiratet haben, in der Stadt zum Arbeiten geblieben sind. \u201eAber als Beispiel die Sonja. Sie kam mit zwei Kindern aus der Stadt. Fr\u00fch um f\u00fcnf ist sie aufgestanden, zum Bus, die Kinder in den Betriebskindergarten, dann in Leistung gearbeitet. Sie war zw\u00f6lf Stunden unterwegs und musste dann zu Hause noch den Haushalt machen. Sie h\u00e4tte sicher was in der Stadt gefunden, aber es kam f\u00fcr sie nicht in Frage zu k\u00fcndigen. Wir waren ein fester Stamm. Ich bin nicht einmal fr\u00fch auf Arbeit gekommen und dachte, der Mist schon wieder. Immer mit Freude und das macht es doch aus!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Adorf stehen einige H\u00e4user, die um 1900 erbaut wurden. Sie reihen sich an Bauernh\u00e4user, Fabrikgeb\u00e4ude, Mehrfamilienh\u00e4user und Neubauten die Hauptstrasse entlang. Frau Arnold erkl\u00e4rt die unterschiedlichen Bauweisen mit einem Bev\u00f6lkerungszuwachs im 19. Jahrhundert. 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